Franziskanische Schauplätze

Exerzitien bringen uns in Berührung, auch in dieser Zeit der Distanz: Berührung mit dem Geheimnis Gottes, der in Jesus alle Wege mit uns geht. Berührung mit uns selbst und der Würde, mit der wir begnadet sind. Berührung mit anderen Menschen und ihren Fragen. Diese Exerzitien finden Online statt. Per E-Mail wird den Teilnehmenden ein „Link“ zugeschickt. Es genügt dann ein „Klick“, und schon können wir uns gegenseitig hören und sehen.

Wir werden zu „Schauplätzen“ – im doppelten Sinn des Wortes – aus dem Leben des hl. Franziskus pilgern, nicht wirklich sondern virtuell. Was wollen wir dort „schauen“? Jeder Ort hat ein Thema. Wir hoffen, dort zentrale Inhalte des christlichen Glaubens neu zu sehen, und diese mit der Wirklichkeit unseres Lebens in Verbindung zu bringen.

Anmeldung bitte per E-Mail bei:

alexander.puchberger@franziskaner.at

stefan.kitzmueller@franziskaner.at

Termine und Details auf diesem Info-Blatt:

Gottes Geist online … Ein Erfahrungsbericht

Ich halte „Social Distancing“ für ein Unwort des eigenartigen Jahres 2020. Als Alternative schlage ich das Wort „Physical Distancing“ vor. Dieses impliziert bloß räumlichen Abstand, nicht jedoch sozialen. Gerade in Krisenzeiten sehnen wir uns noch mehr als sonst nach Nähe. Wie aber ist Nähe möglich, solange ein Virus zirkuliert, der nur auszubremsen ist, indem wir ihm die Wege zwischen den Menschen „verbauen“? Die so genannten sozialen Medien bieten in dieser diffusen Lage die Möglichkeit einer gewissen Nähe, und erlangen eine ganz neue Bedeutung. Sie verlieren endgültig den Nimbus eines elektronischen Spielzeugs und mutieren zum unabdingbaren Werkzeug.

Ein Mittel zum Zweck

Wie viele Epidemien, auch Pandemien, hat die Geschichte schon gesehen? Die Isolation der Infizierten sowie radikale Kontaktverminderung gingen fast immer mit einher. In welche Einsamkeit gerieten Menschen da oft? Als Franziskaner denke ich hier an den hl. Franziskus und die Pestkranken. Unter äußerster Selbstüberwindung näherte er sich diesen trotz tödlicher Ansteckungsgefahr, um ihnen praktische Hilfe, aber noch wichtiger soziale Nähe zu schenken. Soziale Interaktion über Telefon, E-Mail, WhatsApp usw. existierten damals noch nicht, Schutzkleidung auch nicht.

Erstmals in der Geschichte konnten währende der Corona-Pandemie 2020/21 Patienten und ihre Bezugspersonen über Videodienste ungefährliche Kontakte pflegen. Eine Krankenhaus-Seelsorgerin erzählte mir, wie hilfreich das für viele war, auch wenn es physische Kontakte selbstverständlich nicht ersetzen kann.

Aber nicht nur für direkt Betroffene, für ganz viele Bereiche der Gesellschaft erweisen sich Möglichkeiten elektronischer Kommunikation während der Krise als stabilisierender Faktor. Home-Office, Distance-Learning, Video-Konferenzen, E-Mail, WhatsApp, Facebook, Instagram usw. halten Menschen in unterschiedlichsten Konstellationen in Beziehung, solange direkte Kontakte zu riskant sind. Damit ermöglichen sie Leben, welches sich ja immer in Beziehungen abspielt. Selbstverständlich können alle diese Möglichkeiten leibhaftige Interaktion unmöglich ersetzen. Das weiß, wer zum Beispiel über Video unterrichtet hat oder unterrichtet wurde. Zugleich hat man vielleicht aber auch die Erfahrung gemacht, dass diese Kommunikationsform ihre Reize hat, und auch nach der Gesundheitskrise in bestimmten Bereichen zum Einsatz kommen könnte.

Meine erste Aversion 

Ich persönlich bestritt die erste Video-Konferenz meines Lebens während des ersten Lockdowns im April 2020 – sie war ein Desaster! Noch konnten wenige wirklich gut damit umgehen, auch was die Technik betrifft. So vergingen fast 20 Minuten, bis wir uns alle halbwegs gut sehen und hören konnten. Trotzdem ertönten immer wieder unangenehme Nebengeräusche. Mein grelles Schreibtischlicht bewirkte, dass ich mich selbst am Bildschirm als „blasser Zombie“ wahrnahm, ungesund also für meine Eitelkeit. Für mich ging jedenfalls bei all diesen Schwierigkeiten und der damit verbundenen Frustration der Inhalt unseres Meetings fast unter. Wie froh war ich, als der Spuk vorbei war und ich das Meeting verlassen konnte. „Nie wieder!“, schwor ich mir, aber schon mit einer leisen Vorahnung der eventuellen Kurzlebigkeit dieses Vorsatzes. Und tatsächlich folgten bald weitere Besprechungen über Online-Plattformen, anfangs noch unter großer Überwindung, mit der Zeit innerlich etwas gelöster. Ganz anfreunden konnte ich mich damit aber bis in den Spätsommer nicht.

Sinnesänderung und Erfolgserlebnisse

Im Oktober begannen die Infektionszahlen wieder unerbittlich zu steigen. Bald war klar, dass keines unserer geplanten Herbst-Angebote für junge Erwachsene stattfinden könnte. Da geschah es, dass in mir eine Veränderung einsetzte, die ich aus jetziger Sicht als gnadenhaft bezeichnen möchte. „Wieder einfach alles ersatzlos absagen, wie im Frühling, geht einfach nicht“, dachte ich mir. Dann der Geistesblitz: „Wir bieten unsere Kurse und Angebote zumindest online an!“ Wie froh bin ich jetzt, dass andere ähnlich dachten, wir uns in diesem Ansinnen sogar gegenseitig bestärkten und einige schöne, fruchtbare Kooperationen entstanden.

Den ersten Coup landeten wir mit der eintägigen Veranstaltung „Zeit für Berufung“, ursprünglich für zweieinhalb Tage im Kloster Pupping geplant. In einem Team franziskanischer Ordensfrauen und Ordensmänner bemühten wir uns – ebenfalls über eine Video-Konferenz – das Programm den veränderten Umständen anzupassen. Gott hat manchmal wirklichen Humor: Ich als der vielleicht größte Meeting-Muffel der Welt „durfte“ jetzt sogar die Rolle des Host, sprich des Gastgebers übernehmen, der im Hintergrund für die technische Abwicklung sorgt. Ursprünglich völlig ahnungslos, machte ich mich mit der Abwicklung eines Online-Meetings vertraut, in unserem Fall über die Plattform Zoom. Wenn man sich darauf einlässt ist es wirklich nicht schwer, sonst hätte ich es mit meiner EDV-mäßigen Unbedarftheit nicht geschafft.

Wie faszinierend war aber dann die Veranstaltung selbst? Insgesamt 18 Personen versammelten sich „auf dem Bildschirm“. So viele wären bei einer Präsenzveranstaltung aufgrund der langen Reisewege nie gekommen. Als Gruppe dieser Größe wären wir unter Corona-Bedingungen im Kloster Pupping auch nicht untergekommen. Unser „Einzugsgebiet“ umfasste den gesamten deutschen Sprachraum, wie an der dialektalen Vielfalt auch sofort hörbar wurde. Faszinierend zu sehen, wie die Angemeldeten das Angebot dankbar und mit großem Engagement annahmen. Impulse, Persönlicher Austausch und Aufgaben für die stille Vertiefung zu Hause wechselten einander ab. Auch großzügige Pausen hatten wir eingeplant. Das alles verhinderte, dass das Meeting eintönig oder anstrengend wirken könnte. Es wurde ein sehr erfüllender Tag. Er endete dann sogar noch mit einem gemütlichen Zusammensitzen am Abend. Der einzige Wehrmutstropfen war dabei, dass die riesige Tafel Schweizer-Schokolade, die eine Teilnehmerin in einer grausamen Anwandlung wiederholt in ihre Kamera hielt, leider nicht gemeinsam verspeist werden konnte – so weit ist die Technik noch nicht!

Für mich jedenfalls war diese erste Online-Veranstaltung so ermutigend, dass ich für die folgenden keine Bedenken mehr hatte. Der Kurs „Entscheiden … Unterscheiden“, den ich mit drei jungen Brüdern aus dem Kloster Graz in einer 19-köpfigen Gruppe wieder ganz anderer Leute veranstalten durfte, verlief ebenfalls zur vollen Zufriedenheit. Bald darauf konnte ich mit einem anderen Mitbruder einen virtuellen „Pilgerweg“ durch den Advent starten, benannt nach der Marcia Francescana, das bekannte sommerliche Pilgern für junge Erwachsene nach Assisi. Entsprechend den vier Wochen des Advents, steuerten wir dabei in vier Etappen Eremitagen im Tal von Rieti an, die für den hl. Franziskus eine wichtige Bedeutung hatten. Zu unserer Freude folgten 33 junge Leute unserer Einladung. Auch die eigentlich in Maria Enzersdorf geplante Advent-Besinnung für junge Menschen an den drei Tagen vor Maria Empfängnis führten wir online durch. Es waren dichte Treffen an drei aufeinanderfolgenden Tagen, bei denen unsere Gruppe von 15 jungen Menschen schnell zusammenwuchs. Selbst unsere wöchentlichen Treffen der Franziskanischen Jugend (JUFRA) Wien veranstalteten wir mit Beginn des Lockdowns als Video-Konferenzen. Sie gewannen dadurch eine spezielle, eigentlich recht belebende Dynamik. Nebenbei gesagt, funktionierten auch alle Planungen für die genannten Angebote über Onlinemeetings.

Licht und Schatten

Wie gesagt bin ich davon überzeugt, dass sich die gemachten Erfahrungen auch nach der akuten Gesundheitskrise nützen lassen. Folgende Reize haben Online-Angebote für mich bekommen: Die räumliche Distanz spielt keine Rolle. Dadurch erweitert sich der Kreis derer, die teilnehmen können, immens. Eng damit verknüpft ist der Faktor Zeit. Sowohl die Hin- und die Rückreise als auch die Übernachtungen und Zwischenzeiten am Veranstaltungsort fallen weg. Innerhalb der Arbeitseinheiten kann entspannt aber intensiv gearbeitet werden, was eine gewisse Dynamik der Effizienz hineinbringt. Hier kommt der ökonomische Faktor ins Blickfeld. Anders als bei Präsenzangeboten fallen kaum Kosten an. Aus psychologischer Sicht ist die Niederschwelligkeit von Online-Angeboten ein interessanter Aspekt. Eine Anmeldung birgt nämlich kaum Risiko. Die Teilnehmer*innen sitzen ja zu Hause vor dem PC. Falls es jemanden nicht gefällt, kann er unauffällig abtauchen. Zusammenfassend könnte man Online-Veranstaltungen so charakterisieren, dass bei einem minimalen Commitment doch maximal profitiert werden kann.

Natürlich erweisen sich diese geschilderten Vorteile zugleich auch als die Nachteile! Es fehlen etwa die wesentlichen Zwischengespräche beim Kaffee, Mittagessen oder beim Spaziergang in der Pause. Es fehlt die unersetzbare Qualität, welche nur in der Kommunikation leibhaftig präsenter Menschen erreicht werden kann. Es fehlt auch der „Genius Loci“, die Atmosphäre also und der Zauber eines besonderen Ortes. Verstärkt spürbar wird das bei Gebetszeiten. Ob ich beim Gebet zu Hause im Wohnzimmer auf den Bildschirm eines PC starre, oder in einer Kapelle sitze, im Bewusstsein der Gegenwart des Herrn im Tabernakel, ist ein riesiger Unterschied.

Online-Angebote und Soziale Medien im Allgemeinen werden auch in Zukunft physische Nähe nie ersetzen können. Das ist unbestritten klar, und es ist auch gut so. Aber in bestimmten Situationen ermöglichen sie zumindest ein bestimmtes Maß an sozialer Nähe. Als ein simples Werkzeug, um Menschen auf der ganzen Welt zusammen zu bringen, ohne mit allzu vielen (Flug-)Reisen die Erde weiter in Richtung Kollaps zu treiben, eignen sie sich prächtig. Gottes Geist hat jedenfalls keine Berührungsängste mit diesen Medien, das habe ich in diesen Monaten erfahren. Er bedient sich ihrer, ohne ihnen zu verfallen, und zeigt uns damit wie es geht.        

Wanderexerzitien am südböhmischen Jakobsweg

Eine Stärkung für Seele, Körper und Geist, das waren die Wanderexerzitien 2020. Unsere Gruppe war mit vier Personen sehr klein aber fein – für ein ruhiges, tiefer gehendes Angebot wie dieses geradezu ideal.

Am 14. August haben wir uns im Franziskanerkloster Enns (O.Ö.) getroffen und eingestimmt. Von Linz ging es am nächsten Tag über die steilste, auf Schienen fahrende Bergbahn Europas zur bekannten Wallfahrtskirche auf dem Pöstlingberg. Dort traten wir bei einer Gebetszeit in das Schweigen ein. Auch an den folgenden Tagen hielten wir uns daran, während des Tages in Stille zu sein, uns aber dafür am Abend umso lebendiger auszutauschen. Der Weg des ersten Tages war anspruchsvoll; beständig auf und ab ging es durch die faszinierende Hügelwelt des Mühlviertels bis zum Dörfchen Waxenberg. Der Wirt stellte uns extra eine der Gaststuben zur Verfügung, damit wir dort die Hl. Messe feiern konnten.

Unterwegs gab es immer eine Gebetszeit in einer Kirche, sowie einige Impulse am Weg. Der nächste Tag führte uns durch Wälder und vorbei an alten Burgen ins Tal der steinernen Mühl, wo wir unsere Mittagspause einlegten. Gestärkt ging es dann über die Höhen bei St. Stefan am Walde, meinem Heimatort, über die Grenze nach Tschechien. Dort wanderten wir mit einiger Betroffenheit kilometerlang durch das ehemalige Sperrgebiet, einst Heimat für die 1946 vertriebenen, deutschsprachigen Bewohner, bis 1989 „Niemandsland“ und heute faszinierendes Naturschutzgebiet.

Einigermaßen geschafft erreichten wir schließlich den Moldaustausee, und mit der Fähre den kleinen Markt Frymburk nad Vlatavou/ Friedberg an der Moldau. Ein unglaublich wohltuendes Bad im „böhmischen Meer“ wie der in den 1950-er Jahren künstlich geschaffene See auch genannt wird, die Eucharistiefeier und ein gutes Abendessen beendeten diesen Tag. Weiter ging es am Morgen durch die sanft wellige Hügellandschaft Südböhmens über Svetlik/ Kirchschlag nach Kajov/ Maria Gojau, wo uns eine junge Ordensschwester die geschichtsträchtige Wallfahrtskirche öffnete, und uns die Möglichkeit zur Feier der Hl. Messe bot.

Am nächsten Tag erreichten wir nach gut zwei Stunden Marsch die bezaubernde Stadt Cesky Krumlov/ Böhmisch Krummau – gelegen an einer „krummen Au“ und wegen der vielen Brücken auch als das „Venedig der Nordens“ bezeichnet. Hier hatten wir noch 1 ½ Tage Zeit mit offenen Sinnen da zu sein, bis wir reich beschenkt per Bahn die Rückreise nach Linz antraten, um wieder Abschied voneinander zu nehmen. Unglaublich wie schnell man zusammenwächst, wenn Gottes Geist, ein gemeinsamer Weg und die Dankbarkeit Menschen miteinander verbinden. Auch im kommenden Jahr werden diese Wanderexerzitien auf dem Südböhmischen Jakobsweg angeboten … vielleicht bist du ja dabei!      

Marcia Francescana einmal anders

Rein äußerlich gestaltete sich unsere jährliche Pilgerveranstaltung in diesem Jahr ganz anders als sonst. Der geistlichen Intensität des gemeinsamen Unterwegsseins tat dies aber keinen Abbruch – ganz im Gegenteil! Als im März Covid19 unser aller Leben auf den Kopf stellte, sah es vorerst so aus, als müssten wir die Marcia Francescana 2020 völlig absagen. Geplant war es ja gewesen heuer im Marienwallfahrtsort Loreto an der Adria-Küste zu starten, und von dort nach Assisi zu pilgern. Noch im Februar waren wir als kleines Team in Italien um Quartiere und Wege zu suchen. Diese Vorbereitungen mussten wir aber dann ad Acta legen. Vielleicht können sie 2021 oder später umgesetzt werden. Für heuer aber kristallisierte sich eine Marcia in Tirol als gangbare Alternative heraus – wenn auch mit einigen Risiken.

Aus heutiger Sicht aber hat es sich gelohnt! Als 29-köpfige Gruppe trafen wir uns am 25. Juli in Kufstein bei bosnischen Franziskanern. Ungefähr drei Viertel der TeilnehmerInnen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren war das erste Mal dabei. Schon bei der Vorstellrunde, dann beim abendlichen Gottesdienst war spürbar, dass diese Pilgerveranstaltung für die allermeisten mehr ist als ein bloß sportliches Event bedeutete. Der erste Geh-Tag führte uns bei ein wenig Regen auf den so genannten „Hilari-Berg“ bei Kramsach. Von hier pilgerten wir am nächsten Tag zum Franziskanerkloster Schwaz und streiften dabei den Achensee, der uns ein erfrischendes Bad und eine intensive Zeit des geistlichen Austausches an seinen Ufern bescherte. Eine sehr schöne Etappe führte uns dann über Gnadenwald nach Hall in Tirol, wo wir wiederum bei den Franziskanern Unterkunft fanden. Auf einem Bogen über die Hügel südlich von Innsbruck gelangten wir schließlich ins dortige Franziskanerkloster bei der dortigen Hofkirche im Zentrum der Stadt. Entlang des Inn gelangten wir anderntags nach Telfs um auch das dortige Kloster noch für drei Tage zu „okkupieren“. Eine wunderschöne Pilgertour führte uns von dort auf die Niedere Munde (2059m). Es war der höchste, wohl jemals von einer Marcia-Gruppe erreichte Punkt. Spirituell erreichte die diesjährige Marcia ihren Höhepunkt bei der Ankunft am Ziel, der Wallfahrtskirche Maria Locherboden, und am Einkehrtag.

Das Motto für heuer lautete: „Steh auf und geh!“ (Joh 5, 8). Gerade unter dem Eindruck der Pandemie zeigt sich, wie wichtig es ist immer wieder aufzustehen und weiter zu gehen – vielleicht aber anders weiter zu gehen, mit einem neuen Rhythmus, einer neuen Dankbarkeit und einem erneuerten Glauben, dass Gott unsere Wege mitgeht. Schon jetzt dürfen wir herzlich zur Marcia Francescana 2021 einladen – auch wenn noch etwas unklar ist, ob sie wieder nach Assisi führen wird, oder doch noch einmal in Österreich stattfindet.                

Jugendlager 2020

Es war anders geplant gewesen, als es gekommen ist… Ein Haus war schon gemietet, ein Auto bestellt, ein tolles Programm war da. Wir waren bereit nach Polen auf die Masuren fahren, die Seenlandschaft erkunden und viel Spaß haben. Und dann kam der Corona-Virus… Aufgrund der unsicheren Situation musste alles storniert werden. Echt nicht cool!

Und trotzdem haben wir uns auf den Weg gemacht! Was Solls! Nach Polen konnten wir nicht fahren, aber der Neusiedlersee war in Reichweite! Nach einer Erkundung hat P. Darius entschieden, dass wir den tollen Zeltplatz in Oggau als Basis nehmen werden.

Der Aufbau war weniger kompliziert als gedacht. Leonie, Alina, Samuel, Philipp, Clemens, Gabriel, Johannes, Benedikt und P. Darius bezogen ziemlich schnell ihre Zelte. Anschließend erkundeten wir ein wenig die Gegend mit den Fahrrädern.

Am Dienstag fuhren wir gemeinsam nach Rust und von dort mit der Fahrradfähre nach Podersdorf. Es ist echt erstaunlich, dass der Neusiedlersee zur Zeit maximal 1,80 Meter tief ist! Den Rest des Tages verbrachten wir im Freibad in Rust.

Am Mittwoch war der Familiypark in St. Margarethen unser Ziel. Es war ein voller Tag an dem wir alle echt Spaß hatten.

Am Donnerstag fuhren wir wieder nach Rust zu einer Padeltour auf dem Neusiedlersee und danach ins Freibad. Chillen und Spielen waren das Programm. Es war echt toll durch den Schilf zu fahren und gemeinsam den Tag im Schatten eines Baumes im Freibad zu verbringen.

Wir haben echt viel Werwolf gespielt – manche sind darin echte Profis geworden. Es war eine tolle Erfahrung gemeinsam unterwegs zu sein. Das man so alles in fünf Tagen erleben kann! Zelten am Neusiedlersee ist wirklich empfehlenswert!

Marcia tut gut… Teil 4

Jährlich von 25.7. bis 4.8. findet die Marcia francescana statt, eine Wallfahrt junger Menschen nach Assisi zur Portiunkula, der Kapelle, die hl. Franziskus neu aufgebaut und besonders gemocht hat. Wir haben die Teilnehmer der Marcia, die Marciatori, gefragt, wie sie die Marcia erlebt haben. Hier der letzte Teil der Rückmeldungen.

4.      … und überall!

Die Marcia francescana ist für mich ein äußerer Weg in Gemeinschaft, der im Lauf des Gehens zu einem inneren Weg mit mir, den Menschen und Gott wird.

Das Ankommen bei der Marcia ist wie das Ankommen im Leben. Lange Strapazen, viel gesehen, die Freiheit des Himmels gerochen, die wunderbare Natur genossen, den italienischen „Gelato“ zur Genüge in jeder Bar gekostet, mit Gott gehadert und gelacht. Und plötzlich ist man: Angekommen. Ein Gefühl es geschafft zu haben. Applaus. Jubelnde Menschen. Ergreifende Umarmungen. Gruppenzusammengehörigkeit. Der Glaube an einen Gott, der alles umspannt.
Im Gehen passiert so allerlei- und danach noch mehr. Es wird gebetet, Freundschaften geknüpft, Massagen angeboten und angenommen. Die Luft schmeckt nach „dolce vita“ und von Franziskanischer Enthaltsamkeit ist bei den wunderbaren Menüs, die unsere freiwilligen Köchinnen zaubern, wenig zu spüren.

Auch bei meiner 3. Marcia verliert sie nicht ihren Zauber.
Es ist schwer, Marcia mit etwas zu vergleichen. Das frühe Aufstehen, das gehen im Schweigen, der Austausch, die Gruppendynamik, die Gebete, die tägliche Heilige Messe und die viele lustigen Momente machen diese Pilgerreise auf dem Weg nach Assisi zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Als wir dieses Jahr bei der Portiunkula einzogen hatten junge Italiener ein Banner gespannt, darauf war zu lesen:“ Benvenuti a casa.“ Dies hat mich mitten ins Herz getroffen.
Ja, die Portiunukla, Assisi, Franziskus und die hl. Klara waren wie ein zu Hause.
Doch dieses zu Hause wohnte vor allem in unseren Herzen, da wir in diesen Tagen so einfach gelebt und gepilgert sind wie der Hl. Franziskus. Die Marcia ist für mich wie eine Art Urquelle des franziskanischen Lebens und somit „ein zu Hause.“ Aus dieser „Urquelle“ darf ich auch nach der Marcia immer wieder lesen, lernen und leben.“

Die Marcia ist eine besondere und schöne Erfahrung in meinem Leben.
Es war eine gute Pause, in der ich Jesus nähergekommen bin, durch das einfache Leben und die Gespräche mit den Marciatori. Und auch durch die Natur und die schöne Landschaft, durch die wir jeden Tag gegangen sind.

Die Marcia ist für mich ein Weg der Begegnung und der Freundschaft mit Christus, meinen Mitmenschen und mir selbst. Diese Freundschaft offenbart sich oft in kleinen Dingen – zum Beispiel, wenn ich bei der Hl. Messe einen so tiefen Frieden in mir spüre, wie ihn nur Christus geben kann oder wenn ich für jemanden den Abwasch übernehme. Die Freundschaft zu mir erkenne ich an meinem befreiten Lachen und dem Bewusstsein am richtigen Ort zu sein. Auf der Marcia kann ich ganz ich selber sein, mit all meinen Fähigkeiten und trotz meinen Fehlern.

Willst Du in der Beziehung zu Dir selbst, zu den Menschen und zu Gott wachsen, bist Du bei der Marcia Francescana richtig!

Möchtest du das auch erleben? HIER gibt es weitere Informationen!

Marcia tut gut… Teil 3

Jährlich von 25.7. bis 4.8. findet die Marcia francescana statt, eine Wallfahrt junger Menschen nach Assisi zur Portiunkula, der Kapelle, die hl. Franziskus neu aufgebaut und besonders gemocht hat. Wir haben die Teilnehmer der Marcia, die Marciatori, gefragt, wie sie die Marcia erlebt haben. Hier die Rückmeldungen.

3.      … in der Beziehung zu Gott …

Wenn Du Gottes Liebe und Erbarmen erfahren willst, geh mit auf der Marcia Francescana!

Auf der Marcia kann ich meine Beziehung zu Gott besonders gut pflegen – im Alltag geht das leider oft unter.

Für mich ist die Marcia wie eine Tankstelle wo man seinen Glauben neu aufladen und vertiefen kann. Man kann sein Leben neu ordnen. Man trifft nette Leute die meistens auf derselben Wellenlänge wie man selber ist. Spaß und Gemeinschaft kommen auch nicht zu kurz. Kurzum es ist eine wunderschöne Zeit die ich nicht missen möchte und an die ich gerne zurückdenke.

Für mich war die Marcia eine große Farbensymphonie, die die Gegenwart Gottes unter uns (und in uns) Marciatori so intensiv malen und tönen lässt, dass sie für mich darüber hinaus ein Türöffner für manche Entscheidungen war. Ich gehe die Marcia hier zuhause innerlich weiter. Sie ist mir auch immer noch ein bisschen wie eine Flugstunde, die aus dem eigenen warmen Nest heraus führt – in die Freiheit.
I flieg nur!

Die Marcia Francescana war für mich total wichtig, dass ich auf den Glaubensweg wachsen durfte, mich ganz konkret mit meinem Glauben auseinandersetzen konnte, Glauben in der Gruppe erleben durfte. Vor allem berührte mich die Bodenständigkeit der Franziskaner, dass Glaube mit MEINEM Alltag auch was zu tun hat, dass ich Gott vielfach am Tag spüren, erleben und begegnen kann!

Da ich gerne wandere und pilgere, habe ich mich für die Marcia angemeldet, mich aber nicht allzu sehr darüber erkundigt, was mich erwartet. Und nach der ersten Nacht auf der Isomatte am Boden bin ich fast geflüchtet. Gott sei Dank nur fast! Was danach kam war ein großes Feuerwerk an Erfahrungen des Angenommen-Seins, des Gebets, der Liebe und der Gemeinschaft. Ich habe (wieder)entdeckt, wie wunderbar Gott ist, wie sehr er mich liebt und wie nah er bei mir ist – auch in meinem „normalen“ Leben.
Also Vorsicht – Marcia wird dein Leben verändern!

Möchtest du das auch erleben? HIER gibt es weitere Informationen!