Entstehung des Rosenkranzgebets

FotoDas Wort Rosenkranz stammt vom lat. rosarium, das mit „Rosengarten“ übersetzt wird. Rosengewächse symbolisieren in der christlichen Ikonographie Gottesmutter. Dieser Begriff rosarium wurde auf die Gebetskette übertragen und erscheint unter seiner deutschen Bezeichnung „Rosenkranz“ erstmals im 15. Jahrhundert. Das Rosenkranzgebet verbindet Marienverehrung und Christusfrömmigkeit. Der thematische Bogen der christologischen Meditationspunkte reicht von der Verkündigung an Maria über Geburt, Wirken und Passion Jesu bis zu seiner Auferstehung und der Geistsendung an Pfingsten. Derzeit gibt es, in Fünfergruppen aufgeteilt, zwanzig Geheimnisse, die beim Rosenkranzgebet von der Kirche betrachtet werden. Den traditionellen fünfzehn hat Papst Johannes Paul II. im Oktober 2002 anlässlich des 24. Jahrestages seiner Wahl zum Papst mit dem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariæ eine vierte Fünfergruppe von Rosenkranzgeheimnissen, die „lichtreichen Geheimnisse“, hinzugefügt. Die heute gebräuchliche Form des Rosenkranzes entstand im Jahr 1409. Der Trierer Kartäuser Dominikus von Preußen fasste die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen (clausulae) zusammen, die sich an den ersten Teil des Ave Maria anschlossen. Adolf von Essen verkürzte die „clausulae“ auf 15. Eine Legende erzählt, dass Maria den Rosenkranz dem heiligen Dominikus als Waffe im Kampf gegen die Albigenser schenkte. 1569 legte Papst Pius V. den Text des „Ave Maria“ endgültig fest und regelte die Form des Rosenkranzgebets offiziell. Als Dank für den Sieg in der Seeschlacht von Lepanto führte er im Jahr 1572 das Fest „Maria vom Siege“ am 7. Oktober im Römischen Festkalender ein. Dieses Fest wird seit 1960 als Fest unserer Lieben Frau vom Rosenkranz begangen. 1884 führte Papst Leo XIII. den Oktober als Rosenkranzmonat ein. Papst Paul VI. empfahl das Rosenkranzgebet als Familiengebet und gewährte dafür einen vollkommenen Ablass.

Sr. Salomea Ewa Pabian OSC

Auf dem inneren Befreiungsweg

FotoFranziskus vertraute mehr auf Christus als auf die eigene Logik. Das Evangelium war seine einzige Lebensregel. Er ließ sich von diesem lebendigen Wort Gottes überraschen, entwaffnen und prägen, um immer neue Wege zu unternehmen. Dank der Gebetsverbindung mit seinem Schöpfer konnte der Poverello immer wieder erfahren, dass Gott in neuen Gestalten kommt und seine Logik und sein Vorstellungsvermögen überrascht. Die Bibel half ihm neue Horizonte des Glaubens und der Freude zu finden. Sein Vertrauen an Gott war ohne Grenze. In diesem Moment begann Franziskus den Schöpfer der Welt zu verkünden, und alle Menschen mit der Frohen Botschaft der Hoffnung und der Liebe zu erreichen.

Seine missionarische Wirksamkeit erreichte ihren Gipfel in der letzten Etappe des Lebens, nämlich in der Angleichung an Christus auf dem Berg La Verna. Zur Zeit seiner großen Prüfung, als er nicht wusste, was er tun sollte, fand er seine Freiheit wieder. In dieser inneren Freiheit gab Franziskus seinem Herrn alles, was er hatte. „Wie sehr hat der heutige Mensch die Gnade und die Schönheit nötig, in der Zeit Gottes zu leben. Es ist keine Utopie, es ist ein Traum: es ist eine Möglichkeit, die verwirklicht werden kann. Die Heiligkeit besteht nicht in der Quantität „guter Taten“, sondern in der Qualität der täglich gelebten Liebe. Die Kontemplation und die Anbetung sind mehr als nur eine Tat, sie sind eine Weise, sich vor Gott zu begeben im Gebet und im Leben. Es ist ein allgemeines Verhalten des täglichen Lebens, in dessen Innern es uns gelingt, den Primat Gottes aufrecht zu erhalten. Die Schönheit besteht gerade darin, sich von Gott anschauen zu lassen“ ( Giacomo Bini, Klara von Assisi ein Lobgesang,35). Im inneren Schweigen und in seiner inneren Freiheit verlor der arme Bruder diese Schönheit und diese Harmonie des ganzen geistlichen Aufbaus nicht.

Die befreiende geistliche Erfahrung von Franziskus lädt uns ein, alle Räume des inneren Schweigens den Tag hindurch zu schaffen, um uns umgestalten zu lassen in das, was wir betrachten, um Gott die Möglichkeit zu geben, uns jeden Tag neu wiederzuerschaffen..

 

Sr. Salomea Ewa Pabian OSC

Dauerhafte Spuren

FotoFranziskus hatte als existentiellen Bezugspunkt das Evangelium. Es veränderte sein Leben. Die Heilige Schrift war für ihn nicht nur ein Buch, sondern eine Person, die Person Jesu Christi. Die Kontemplation von Poverello begann mit einem Blick, voller Staunen über das Geheimnis der Inkarnation, Passion und Tod des Herrn. Die Kontemplativen sind Personen, deren Gotteserkenntnis ihr ganzes Leben prägt. Zu denen gehörte Franziskus. Er lebte eingetaucht in Gott. Dieses Bewusstsein war der Filter, durch den er dachte, handelte und betete. Das Wort Gottes eröffnete in seinem Leben einen ganz neuen Raum für Hoffnung und Schönheit. Die Besinnungstexte zur Bibel halfen ihm neue Horizonte des Glaubens und der Freude zu finden. Für Franziskus den Vater zu verkünden hieß, alles Mögliche zu tun, um die Menschen mit der Frohen Botschaft der Hoffnung und der Liebe zu erreichen. Seine missionarische Wirksamkeit erreichte ihren Gipfel in der letzten Etappe des Lebens, nämlich in der Angleichung an Christus auf dem Berg La Verna. Zur Zeit seiner großen Prüfung, als er nicht wusste, was er tun sollte, fand er seine Freiheit wieder.

Für Franziskus waren Armut und Demut eng miteinander verbunden. „Die Armut macht denZustand der an materiellen Gütern Armen offenkundig. Die Demut drückt das aus, was die Armut auf einer tieferen Ebene ausmacht: Erniedrigung, Demütigung, Verachtung. Wenn die Armut die Negierung des Reichtums ist, dann ist die Demut die Negierung der Macht“ (Fr. J.R. Carballo, Den Blick fest auf den Anfang gerichtet, 19). Poverello betrachtete Christus in seiner Demut und in seiner Erniedrigung folgte.

Die franziskanische Fraternitas ist weit davon entfernt, Uniformität zu sein. Die Minderbrüder sind gerufen, die Verschiedenheit als einen Reichtum anzunehmen. Dies wird nur möglich sein mit einer Glaubensvision, die dazu führt, diese wunderbare Verschiedenheit als eine Gabe und ein Geschenk des Herrn zu sehen. Die Welt braucht Zeugen, die sich durch Gottes Gnade ganz hingeben. Sie braucht Personen, die fähig sind, das Wagnis der Armut auf sich zu nehmen, von der Einfachheit und Bescheidenheit angezogen zu werden, den Frieden zu lieben, unempfänglich für Kompromisse, frei und zugleich gehorsam, spontan und beständig sowie gefügig und tapfer in der Gewissheit des Glaubens. Unsere Welt braucht solche Minderbrüder heute.

Sr. Salomea Ewa Pabian OSC