Corona-Virus – Maßnahmen

Bis auf Weiteres finden bei uns hl. Messen mit Gläubigen unter folgenden Bedingungen statt:

Ein Abstand von Personen, die nicht im selben Haushalt leben, muss 1 Meter betragen. In der Kirche muss ein Nasen-Mund-Schutz (NMS) getragen werden.

Sonntagsgottesdienste

  • Samstag um 19:00 Uhr
  • Sonntag um 9:30, 11:00 und 19:00 Uhr

Wir bitten darum nur einen Sonntagsgottesdienst bei uns zu besuchen.

Es gibt es bei uns keine Möglichkeit der Voranmeldung für die Teilnahme an einem Gottesdienst. Beim Betreten und Verlassen des Kirchenraumes muss ein Nasen-Mund-Schutz getragen werden. Ein Abstand von 1 Meter soll eingehalten werden.

Genauere Hinweise gibt es an den Eingängen und sie werden am Anfang der Gottesdienste angesagt.

Wochentagsgottesdienste

  • Montag bis Donnerstag um 8:15 Uhr
  • Freitag um 19:00 Uhr
  • Samstag um 8:15 Uhr

Unsere Kirche ist für die Gläubigen offen für das persönliche Gebet. (Mo-Sa ab 8:00, So ab 8:30 Uhr)

Es besteht Maskenpflicht solang man sich im Raum bewegt. Beim Verbleiben auf dem Platz, entfällt die Maskenpflicht. und die Bitte mind. 1 Meter Abstand voneinander zu halten.

TELEFONSEELSORGE ist jederzeit möglich unter der Telefonnummer 0 2236 225 31 oder direkt bei einem der Brüder.

Beichte ist möglich.

Sa: 18:50-19:15

So: 9:15-9:45, 10:45-11:15, 18:50-19:15

Diese Seite wird aktuell gehalten, damit Sie die neuesten Infos erhalten.

Wir richten uns nach der Rahmenordnung der Österreichischen Bischofskonferenz.

Marcia tut gut… Teil 3

Jährlich von 25.7. bis 4.8. findet die Marcia francescana statt, eine Wallfahrt junger Menschen nach Assisi zur Portiunkula, der Kapelle, die hl. Franziskus neu aufgebaut und besonders gemocht hat. Wir haben die Teilnehmer der Marcia, die Marciatori, gefragt, wie sie die Marcia erlebt haben. Hier die Rückmeldungen.

3.      … in der Beziehung zu Gott …

Wenn Du Gottes Liebe und Erbarmen erfahren willst, geh mit auf der Marcia Francescana!

Auf der Marcia kann ich meine Beziehung zu Gott besonders gut pflegen – im Alltag geht das leider oft unter.

Für mich ist die Marcia wie eine Tankstelle wo man seinen Glauben neu aufladen und vertiefen kann. Man kann sein Leben neu ordnen. Man trifft nette Leute die meistens auf derselben Wellenlänge wie man selber ist. Spaß und Gemeinschaft kommen auch nicht zu kurz. Kurzum es ist eine wunderschöne Zeit die ich nicht missen möchte und an die ich gerne zurückdenke.

Für mich war die Marcia eine große Farbensymphonie, die die Gegenwart Gottes unter uns (und in uns) Marciatori so intensiv malen und tönen lässt, dass sie für mich darüber hinaus ein Türöffner für manche Entscheidungen war. Ich gehe die Marcia hier zuhause innerlich weiter. Sie ist mir auch immer noch ein bisschen wie eine Flugstunde, die aus dem eigenen warmen Nest heraus führt – in die Freiheit.
I flieg nur!

Die Marcia Francescana war für mich total wichtig, dass ich auf den Glaubensweg wachsen durfte, mich ganz konkret mit meinem Glauben auseinandersetzen konnte, Glauben in der Gruppe erleben durfte. Vor allem berührte mich die Bodenständigkeit der Franziskaner, dass Glaube mit MEINEM Alltag auch was zu tun hat, dass ich Gott vielfach am Tag spüren, erleben und begegnen kann!

Da ich gerne wandere und pilgere, habe ich mich für die Marcia angemeldet, mich aber nicht allzu sehr darüber erkundigt, was mich erwartet. Und nach der ersten Nacht auf der Isomatte am Boden bin ich fast geflüchtet. Gott sei Dank nur fast! Was danach kam war ein großes Feuerwerk an Erfahrungen des Angenommen-Seins, des Gebets, der Liebe und der Gemeinschaft. Ich habe (wieder)entdeckt, wie wunderbar Gott ist, wie sehr er mich liebt und wie nah er bei mir ist – auch in meinem „normalen“ Leben.
Also Vorsicht – Marcia wird dein Leben verändern!

Möchtest du das auch erleben? HIER gibt es weitere Informationen!

Uraufführung der „Missa Sanctae Trinitatis“ von Conrad Artmüller

ArmbrustAnna @pixabay.com

Am Christtag, 25. Dezember 2019, um 09:30 Uhr wird in der Franziskanerkirche in Maria Enzersdorf die Missa Sanctae Trinitatis von Conrad Artmüller uraufgeführt.

Die neue Messe ist die letzte in der Trilogie der „Heiligenkreuzer Messe“ (2014) und der„Missa francescana“ (2017).

So wie die beiden vorangehenden Werke ist die neue Messe zur Gänze auf die liturgische Einheit mit dem Wort und seiner Verkündigung ausgerichtet. Dies bedeutet, dass sich die Musik der Verkündigung des Wortes unterordnet und niemals Selbstzweck sein darf – dies schließt selbstverständlich jedweden experimentellen, „modernen“ Umgang mit den Texten aus und soll den Zuhörer zum Mitbeten und Mitfeiern einladen.

  • Judith Sauer, Sopran
  • Helga Kadlez, Alt
  • Michael Poklop, Tenor
  • Wolfgang Hrubec, Bass
  • Chor und Orchester der Franziskanerkirche in Maria Enzersdorf

Musikalische Leitung und an der Orgel – Conrad Artmüller

Marcia tut gut… Teil 2

Jährlich von 25.7. bis 4.8. findet die Marcia francescana statt, eine Wallfahrt junger Menschen nach Assisi zur Portiunkula, der Kapelle, die hl. Franziskus neu aufgebaut und besonders gemocht hat. Wir haben die Teilnehmer der Marcia, die Marciatori, gefragt, wie sie die Marcia erlebt haben. Hier die Rückmeldungen.

2.      … in den Begegnungen mit Anderen …

Ich habe eine tiefe Verbundenheit zwischen den Menschen der Gruppe wahrgenommen. Besonders schön war auch, dass wir über die verschiedensten Themen gesprochen haben.

Ich durfte an der Marcia vielen wunderbaren Mitmenschen begegnen und mit ihnen auf dem Weg sein.

Bei der Marcia Francescana wird das Leben, werden Begegnungen wesentlich.

Durch die Verbundenheit im Glauben, die besondere Atmosphäre und die gemeinsamen Erfahrungen ist man mit den anderen Marciatori ganz fest verbunden, sodass immer wieder wunderschöne und tiefe Gespräche entstehen.

Ich hätte nicht gedacht, dass in wenigen Tagen aus so verschiedenen Menschen eine so harmonische Gruppe werden kann. Wie sich alle umeinander gekümmert haben, hat mir sehr gefallen und das habe ich neben vielen anderen Erinnerungen mit nach Hause genommen.

Was mir an der Marcia so gut gefallen hat, war der Zusammenhalt in der Gruppe und dass ich so viele nette Menschen kennenlernen durfte.
Die Marcia hat mir auch sehr viel geholfen, weil ich mit einem vollen Herzen nachhause kam und so glücklich war.
Ich wurde so angenommen, wie ich bin und habe gemerkt, dass ich nicht allein bin, dass Gott mir meine Last genommen hat und mich glücklich nachhause geschickt hat 😇

Ich sage Danke für alles!

Wenn Du Menschen *wirklich* begegnen willst, komm zur Marcia Francescana!

Möchtest du das auch erleben? HIER gibt es weitere Informationen!

Wanderexerzitien im Rietital 08. – 14. September 2019

Exerzitien sind geistliche Übungen. Gottes Melodie begleitet „gratis“ jede Sekunde des Lebens. Sich auf diese Melodie „einzuschwingen“ bedeutet inneren Reichtum, aber es erfordert auch Übung, Zeit, Stille, …

Unsere Wanderexerzitien führten uns in das weite Tal von Rieti, das auch franziskanisches Galiläa genannt wird. Der heilige Franziskus und seine Gefährten der ersten Jahre machten hier, an einsamen Orten, prägende Erfahrungen in der Nachfolge Jesu.

Zur Einführung waren wir in Poggio Bustone. Das ist ein wunderschönes Fleckchen Erde, hoch oben an steilen Felsen gelegen. Hier erlangte Franziskus Gewissheit, tatsächlich von Gott angenommen zu sein, auch mit seinen Schattenseiten. Theoretisch war ihm das immer klar, existenziell erfahren hat er es aber erst hier während einer mystischen Erfahrung im Gebet.

In schweigender Wanderung führte uns der Weg am zweiten Tag nach Fontecolombo. In dieser Einsiedelei verfasste Franziskus die bis heute gültige Ordensregel. „Wie regle ich mein Leben?“, lautete die Frage für uns. In einer Fensternische der kleinen Magdalenenkapelle ist hier ein Taukreuz zu sehen, das Franziskus selber mit roter Farbe an die Wand malte.

Eine weitere Wanderung ging nach La Foresta. Ein Priester beherbergte hier einige Zeit Franziskus. Die vielen, nun eintreffenden Besucher verzehrten jedoch, direkt vom Weinstock weg, die Trauben des Priesters. Als Franziskus dessen Unmut spürte, stellte er ihm trotz allem eine reiche Ernte in Aussicht. Und tatsächlich … nie vorher und nie nachher brachte der Weinberg so großen Ertrag. „Sollten nicht auch wir mehr wagen, damit Gott eine Chance hat uns zu beschenken?“ Heute beherbergt der Ort junge Männer mit unterschiedlichsten Suchtproblemen. Durch Gemeinschaft, Gebet und Arbeit versuchen sie, wieder Boden unter ihre Füße bekommen.

Am vierten Tag pilgerten wir nach Greccio. In der Weihnachtsnacht des Jahres 1222 organisierte Franziskus hier in einer Höhle die erste „lebendige Krippe“, bei der auch die Hl. Messe gefeiert wurde. Er wollte sichtbar machen, wie konkret Gott im Jesus-Kind „das wirkliche Fleisch unserer Zerbrechlichkeit (fragilitas) annimmt“, wie er einmal schreibt. Auch der tiefe Zusammenhang zwischen Gottes Menschwerdung und seiner stillen Gegenwart in der Eucharistie beeindruckte ihn. Können unsere reizüberfluteten Augen das Wunder „hinter“ der Weihnachtskrippe noch erkennen?

Bevor es schließlich im Begleitfahrzeug mit unserem Begleiter und Koch Br. Martin nach Assisi ging, wanderten wir über eine traumhafte Hochebene nochmals in Stille ins alte Kloster von Stroncone.

„Mit“ Franziskus und Klara – so könnte man sagen – durchstreiften wir am letzten Tag unserer Exerzitien die belebten Gassen von deren Heimatstadt. Die Lebensorte der beiden führten unsere Gedanken zurück zum Alltag unseres Lebens. Ich hoffe, dass die intensive Zeit uns befähigt hat, Gottes Melodie besser zu erlauschen: Eine geistliche und körperliche „Lockerungsübung“!

Von 15.08. – 19.08.2020 stehen wieder Wanderexerzitien, diesmal auf dem Südböhmischen Jakobsweg von Oberösterreich nach Tschechien auf dem Programm. Vielleicht hast du Lust bekommen mit dabei zu sein.

Marcia tut gut … Teil 1

Jährlich von 25.7. bis 4.8. findet die Marcia francescana statt, eine Wallfahrt junger Menschen nach Assisi zur Portiunkula, der Kapelle, die hl. Franziskus neu aufgebaut und besonders gemocht hat. Wir haben die Teilnehmer der Marcia, die Marciatori, gefragt, wie sie die Marcia erlebt haben. Hier die Rückmeldungen.

1.      … auf dem eigenen Weg …  

Die Marcia war für mich wunderbare Momente des Teilens, des Gebets und des einfachen Da-Seins. Wenn ich die Entscheidung noch einmal treffen sollte, würde ich die Marcia mit Freude wieder mitgehen. Danke.

Bei der Marcia francescana erlebe ich tiefe Freude in Mitten von Hitze, Anstrengung und Blasen an den Füßen.

Bei der Marcia kommt es letztlich nicht auf die gegangenen Kilometer an, sondern auf den inneren Weg.

Etwas vom Schönsten an der Marcia ist die innere Freiheit, die ich spüren darf.

Durch die Einfachheit und Unkompliziertheit, die bei der Marcia herrscht, wird mir ganz viel Freiheit geschenkt.

Die Marcia lehrt einen, dass es immer weiter geht (auch wenn man selber vielleicht manchmal daran zweifelt), weil man nie alleine unterwegs ist.

Die Marcia ist wie das Leben: Man weiß nie, wie der Weg ist und wie lange er dauert, was einen erwartet, welche Menschen einen begleiten.

Auf der Marcia habe ich sehr viel über mich gelernt, über meine Stärken und über meine Grenzen.

Die Marcia bot für mich eine wunderbare Möglichkeit zehn Tage dem Alltag zu entfliehen und auf das Wesentliche im Leben nachzuspüren. Das Wandern durch die wunderschöne Landschaft Umbriens in einer bunten Gruppe junger Leute verschiedenster Herkunft ermöglichte mir, den Blickwinkel anderer Leute zu verstehen und dabei auch die eigenen Probleme und Lebensfragen in einem anderen Licht zu sehen. Durch das intensive zusammen Leben und zusammen auf dem Weg sein schlossen sich neue Freundschaften und es entwickelte sich eine starke Verbundenheit mit der Gruppe. Die Wallfahrt war geprägt von einer besonderen Freude, die mir dabei half meine eigenen Wünsche und Ziele besser wahrzunehmen, welche es gilt im künftigen Alltag umzusetzen.

Nachdem ich schon viel über die Marcia gehört habe, bin ich neugierig geworden und habe mich auch angemeldet. Schon bei der Eröffnungsrunde wurde klar, dass ganz unterschiedliche junge Menschen zusammengekommen sind. In den nächsten Tagen hat sich herausgestellt, wie bereichernd Unterschiede sein können. Es war sehr schön, Gleichaltrige kennen zu lernen, denen Glauben auch sehr wichtig ist, und die unterschiedlichen Herangehensweisen an Lebens- und Glaubensthemen fand ich spannend. Jeden Tag gab es Impulse und Denkanstöße, auch bei den schön gestalteten Gottesdiensten, aber man konnte natürlich auch an eigenen Themen arbeiten und diese beim Gehen mitnehmen. Schwierigkeiten und Durchhänger hatte ich auch, aber ich fühle mich durch die Teilnahme an der Marcia reich beschenkt und bin sehr dankbar dafür.

Die Marcia francescana war für mich etwas Unbegreifliches. Ich kam meinen Grenzen noch nie so nah und hatte noch nie so starken Muskelkater. Aber irgendwoher bekam ich immer neue Kraft. Schon nach wenigen Tagen entstand eine starke Gemeinschaft. Man fühlte sich in der Gruppe geborgen und jeder hatte immer ein offenes Ohr für den anderen. Und trotz Hitze und Erschöpfung genoss ich die schöne Aussicht bei den täglichen Wanderungen und freute mich schon auf das darauffolgende Mittagessen. Ich kann die Marcia francescana nur empfehlen.

Die Marcia war für mich eine tiefe Erfahrung, auf den Spuren des Heiligen Franziskus habe ich die kleinen Freuden des Lebens (z.B. ein kräftiger Linseneintopf nach einem anstrengenden Marsch 😂) auf eine neue, viel intensivere Weise schätzen gelernt. Die Herzensgüte, Solidarität und Ehrlichkeit die ich während der Marcia erfahren habe, haben mich daran erinnert was wirklich Christ sein heißt 😃

Bei der Marcia habe ich meine Begeisterung für die Musik wiederentdeckt. Das gemeinsame Singen war sehr schön und ich habe auch danach noch oft mit den Verwandten musiziert. Außerdem habe ich von der Marcia ein Gefühl von Wärme und Liebe mitgenommen, das bis heute anhält. Auch die positive Einstellung zum Leben ist mir geblieben. Ich schätze die kleinen Dinge  und schöne Momente nun mehr😊

Bei der Marcia wird voreinander und miteinander geschwitzt – es kann so heiß sein, dass sich die Verwendung des noch so tollsten Deos irgendwie nicht so recht auszahlt (außer für vielleicht 5 Minuten). Man ist also schon einmal in diesem körperlichen Bereich zu einer gewissen “Ehrlichkeit” gezwungen. Und wenn dann schon der Schweiß rinnt, liegt es nahe, dass früher oder später auch andere Masken überflüssig werden und man sich traut (z.B. in den Gruppengesprächen oder zwischendurch am Weg), Aspekte des eigenen Lebens in den Blick zu nehmen, die wir normalerweise vor anderen (und oft auch vor uns selbst) eher verstecken.
Alle schwitzen. Alle haben mit dem einen oder anderen Stolperstein in ihrem Leben zu kämpfen. Alle kommen einmal an die eine oder andere Grenze. Und alle sind wir von Gott bedingungslos angenommen und geliebt.
Für diese Erkenntnisse und Erfahrungen nehme ich die Schwitzerei echt gerne in Kauf. 😉

Möchtest du das auch erleben? HIER gibt es weitere Informationen!

Das war Marcia Francescana 2019: Al posto tuo / an deinem Platz

Marcia Francescana – zu Fuß pilgern nach Assisi, den eigenen Rucksack tragen, im Schlafsack auf der Isomatte übernachten, schwitzen, am Ende ein tolles Fest feiern, eine Wasserschlacht genießen, aber auch in der Stille sein, Gemeinschaft erleben, tolle Gespräche führen, sich mit Gottes Wort auseinandersetzen, zu Gott und sich selbst finden, IHN hören… Das alles und noch mehr ist die Marcia.

Ausgehend von dem Franziskanerkloster in Bozen, wo sich die Marciatori und Marciatrici aus Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz getroffen haben, ging es mit dem Bus nach Piediluco. Bereits hier erlebten wir das erste Highlight der diesjährigen Marcia – einen wunderbar kühlen See, in den wir sehr gerne reingesprungen sind.

Am nächsten Morgen marschierten wir los. Der erste Anstieg kam sofort, aber nachdem wir in der ersten Stunde im Schweigen gingen, war er leicht zu schaffen. Groß war unsere Verwunderung, als wir bereits zur Laudes die Hälfte der Strecke hinter uns hatten. Und da es nicht allzu heiß war, hielten wir das Tempo, konnten schon sehr früh die erste Etappe hinter uns lassen und erreichten unser Quartier in Ferentillo – einen überdachten Kletter-Sportplatz. Deshalb blieb uns viel Zeit, um das Mumienmuseum sowie die Altstadt und die zwei Kirchen zu besichtigen.

Nach dem Mittagessen gibt es immer – so auch hier – eine Siesta, und anschließend Impuls zum Thema des Tages – Loslassen und Aufbrechen. Ein prophetisches Thema, denn am nächsten Tag musste so manche/r von uns die Vorstellung loslassen, im Trockenen gehen zu können. Es kam ein ordentlicher Regen, der die ganze Nacht (und den ganzen Vormittag) dauerte.

Da es in der Früh noch sehr stark regnete, durften wir nach dem Frühstück (das Wort „Früh“ bekommt um 5.00 Uhr eine andere Bedeutung 😊) noch einmal in den Schlafsack, denn Laudes wurde für 9.00 Uhr angekündigt. An dieser Stelle ergeht ein GROSSER DANK an das Küchenteam, das unsere Rucksäcke trocken zur nächsten Station transportiert hat. Ohne Rucksäcke und ohne Hitze ging es sich leicht, also waren wir auch am zweiten Tag recht rasch und wenig müde am Ziel – in San Anatolia in Arco. Auch hier haben wir uns ausgeruht, physisch und geistig genährt und feierten die Heilige Messe. Das Küchenteam versorgte uns mit wirklich leckeren Speisen.

Am nächsten Tag war unser Thema die Stelle aus Jesaja 9, 1-2: „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht …“ Nun, auch auf der Marcia gehen wir in der Dunkelheit los, um am Ende in eine lichtreiche Stadt – Assisi – anzukommen. Das Tagesziel war Spoleto, eine im Leben des Hlg. Franziskus wichtige Stadt. Hier hat er die Stimme gehört, die gefragt hat, ob er denn dem Knechten oder dem Fürsten folgen wolle. Und hier wird auch einer von seinen zwei erhaltenen handschriftlich geschriebenen Briefen aufbewahrt.

Als wir am kommenden Morgen das Kapuzinerkloster, in dem wir übernachtet haben, verlassen wollten, fehlten plötzlich in der Mitte des Morgenkreises die Müsliriegel, die wir sonst für den Weg bekamen. Groß war unsere Freude, als wir sie doch gefunden haben – passend zum gestrigen Thema, auf einem kleinen leuchtenden Christbaum! So erlebten wir Weihnachten im Juli 😊 Auf dem Weg nach Trevi haben wir viele Heißluftballons gesehen und konnten eine wunderbare Landschaft des Spoletotals mit vielen Olivenhainen bewundern.

Der fünfte Gehtag führte uns nach Bevagna. Unterwegs passierten wir Sonnenblumenfelder, Olivenhaine, aber auch bereits geerntete Getreidefelder. Dieser Tag war wirklich heiß und lang – wir hatten also genug Zeit, über die Seligpreisungen nachzudenken, uns aber auch gut unterhalten und tiefe Gespräche führen. Zum Weitergehen motivieren war an diesem Tag angesagt. Sätze wie „Ich mache es ja freiwillig“ und eine Wasserschlacht im Brunnen am Hauptplatz waren genau das Richtige. Und wir wussten, dass wir am nächsten Tag nicht gehen würden, denn …

Der 1. August ist bei der Marcia immer ein Einkehrtag mit verschiedenen Angeboten, die Beziehung mit unserem Vater im Himmel zu stärken: der Vormittag in Stille, Eucharistische Anbetung, tiefgehendes geistiges Gespräch, Beichte, Spaziergang im Weinberg, Olivenhain oder am nahegelegenen Friedhof (von wo schon Assisi zu sehen war!)… Und das Thema? Die Heimkehr der Tochter / des Sohnes – ausgestreckte Hände des Vaters!

Am Nachmittag war die Pflege der Gemeinschaft dran: Wir haben das Einkehrtag-Abschlussfest vorbereitet, die Liturgie, die Musik, aber auch die Speisen und das Unterhaltungsprogramm in Form eines Theaterstückes. Der Abend war wirklich lustig. Und das Abendessen soooooooooooooooo köstlich!

Und schon war er da, der Tag des großen Perdono. Dieses Jahr kamen wir aus dem Süden und konnten die Basilika, in der sich die Portiunkula befindet – die kleine Kapelle, die der Hlg. Franziskus Anfang des 13. Jahrhunderts repariert hat – schon von weitem sehen. Groß war die Freude, als wir endlich die Rucksäcke in unserem Quartier abgelegt haben. Und noch größer war sie, als wir am Nachmittag mit Tausenden anderen jungen Menschen aus Italien, Kroatien und Albanien in die Kirche eingezogen sind. Das anschließende Fest mit Musik, viel Tanzen und guten Gedanken der Marciatori und Marciatrici war wirklich toll. Und da es so richtig heiß war, blieb auch die erfrischende Wasserschlacht nicht aus.

Der vorletzte Tag stand im Zeichen von Assisi. Die Brüder haben Führungen angeboten, man konnte aber Assisi auch selbst erkunden oder sich in die Einsiedelei Carceri zurückziehen. Am Nachmittag haben wir uns ausgetauscht und miteinander geteilt, wie die Marcia für uns war – und beteten gemeinsam die Vesper in San Damiano, einer weiteren Schlüsselstelle im Leben des Hlg. Franziskus. Den Tag ließen wir bei Pizza ausklingen.

Am letzten Tag wurden wir im Rahmen einer festlichen Lossendungsmesse – ganz im Zeichen des Marcia-Mottos – „an unseren Platz“ gesendet: „Sucht was im Himmel ist und bleibt mit den Füßen am Boden.“ Geistig vollgetankt sind wir – mit dem Bus – nach Bozen zurückgekehrt.

Und was es auf sich hatte mit dem Motto „An deinem Platz“? Die Auflösung kam am Ende der Lossendungsmesse: Jede/r bekam ein Bild der Dreifaltigkeitsikone von Andrei Rubljow. Unser wirklicher, wichtigster Platz ist in der Mitte – in der Liebe Gottes.

Spannung der Mitte

Die Osternacht ist schon lange vorbei… Nun beginnen die Ferien. Hier ein Paar Gedanken aus der Osterpredigt – über die Kunst, Gott nicht in Extremen, sondern in der Mitte zu suchen…

Wer nur betet, wird weltfremd. Wer nur arbeitet, wird gottlos.

Wer nur für sich selbst sorgt, ist egoistisch. Wer nur für andere sorgt, brennt aus.

Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht. Wer meint immer Recht zu haben, wird verhärten und intolerant werden.

Die Lebendigkeit ist in der Mitte der Spannung, mitten am Kreuz.

Die Welt ist Gottes soooo voll! Suchen wir ihn in der Mitte.

P. Stefan Kitzmüller

Foto: Ingrid Mathois

Fest der Jugend in Salzburg – Pfingsten 2019

Auch heuer waren wir zu Pfingsten wieder mit dem „Franciscan Corner“ in Salzburg beim Fest der Jugend präsent. Ein Festzelt, kleine Snacks, der wunderschöne Klostergarten und Livemusik bildeten den Rahmen. Es gab unzählige schöne Begegnungen und Gespräche. Die Workshops, gestaltet von uns Franziskanern und von franziskanischen Schwestern, waren sehr gut besucht. Viele positive Rückmeldungen machten uns Mut, auch im kommenden Jahr in Salzburg wieder dabei zu sein.  

Das bekannte Treffen für Jugendliche in Salzburg feierte zu Pfingsten sein 20-jähriges Bestehen. Veranstalter ist die österreichweite Loretto-Bewegung unter der Leitung von Georg Mayr-Mellnhof. Was 1998 als ein kleines Gebetstreffen begann, ist mittlerweile eine Großveranstaltung, die in diesem Jahr zirka 10.000 Teilnehmer verzeichnete. Die Jugendlichen kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, und nehmen teilweise sehr lange Anreisen in Kauf. Viele kommen privat mit ihrem Freundeskreis, andere im Rahmen von Fahrten, die durch Pfarren oder Bewegungen organisiert werden. Als Franziskaner nehme ich mit anderen Mitbrüdern seit einigen Jahren an diesem Treffen teil. Hier schildere ich einige persönliche Eindrücke.

Offenheit der Herzen

Mir fällt immer wieder auf, dass Jugendliche im Kontext christlicher Events für Glaubensthemen leichter ansprechbar sind als sonst. Hier ist Kirche kein unattraktiv wirkendes Randphänomen, sondern die ganze Salzburger Altstadt ist voller junger Menschen, die christliche Lieder singen, Heilig-Geist-Armbänder tragen (anstelle einer Eintrittskarte) und trotzdem „cool“ daherkommen. Priester und Ordensleute mischen sich unter die Leute, essen mit den Jugendlichen Eis, und sind spontan ansprechbar. Der Dom wirkt plötzlich nicht mehr wie ein Museum, sondern als ein zum Bersten gefülltes Gotteshaus, dröhnend von den Rhythmen der neuesten, christlichen Songs, und innen in den schrillsten Farben beleuchtet. Die groß aufgebaute Tribüne für die Lobpreisband hat ziemlich style Hintergrundelemente; alles wirkt hypermodern und professionell. Wenn in diese Umgebung und Atmosphäre zu Beginn der Hl. Messe unzählige Priester, die liturgische Assistenz und am Sonntag auch der Bischof bei rockiger Musik einziehen, dann wirkt das auf die Jugendlichen plötzlich nicht mehr wie aus der Zeit gefallen. Selbst das uralte Symbol des Weihrauchs erscheint nun als so etwas wie Partynebel. Wenn dann die Worte der Predigt noch unter die Haut gehen, und mehr als fromme Floskeln sind, öffnen viele Jugendliche ihr Herz, das ist zumindest meine Beobachtung. Zuhause erleben sie ja mancherorts, falls sie in die Kirche gehen, das absolute Gegenteil all dessen, was ich geschildert habe.

Katholische Vielfalt

Auffallend ist die reiche Vielfalt an Institutionen, Gruppen und Orden, die am Fest der Jugend präsent sind. Die Liste der Workshop-Anbieter zeigt dies sehr schön: Die Katholische Jugend ist darauf ebenso vertreten, wie die Legionäre Christi, alte Orden genauso wie junge Gemeinschaften. So unterschiedlich wie die Anbieter sind auch die Themen. Auch hier reicht die Palette von spirituellen Themen über den Schutz der Schöpfung, gesellschaftliches und caritatives Engagement bis hin zu kreativen Tätigkeiten. Das Verbindende ist, dass es immer um den Glauben an Jesus Christus geht, die Beziehung mit ihm, und um die Umsetzung seines Evangeliums in der Nachfolge. Auch die Jugendlichen sind sehr unterschiedlich, jede und jeder für sich ein Unikum, auch im Hinblick auf den persönlichen Glauben. Das Spektrum reicht von Nichtgetauften, die unversehens irgendwie bei diesem Treffen gelandet sind, bis zu solchen, die täglich in die Hl. Messe gehen. Über die Jahre fällt mir auf, dass dieses Treffen in Salzburg nicht spaltet, sondern zusammenführt und integriert, also im besten Sinne des Wortes als katholisch bezeichnet werden kann. Die Veranstalter sind sich ihrer Loretto-Spiritualität bewusst. Trotzdem oder gerade deshalb schwimmen sie nicht im eigenen Saft, sondern lassen nach guter Prüfung auch andere, ergänzende Einflüsse zu. Meine Beobachtung ist auch, dass manche, auch junge Menschen mit dieser Art zu beten und den Glauben zu leben nichts anfangen können. Das spricht nicht gegen das Fest der Jugend, sondern dafür, dass es daneben auch andere Angebote braucht. Die manchmal geäußerte Kritik, hier würden Jugendliche zu weltfremden „Halleluja-Schlümpfen“ erzogen, kann ich nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil: Diejenigen, mit denen ich Kontakt hatte, waren vielfach mitten im Leben stehende, hellwache, auch außerkirchlich engagierte junge Menschen. 

Schönheit und Reichtum des Christlichen

Auffallend war für mich schließlich auch, wie sehr die unterschiedlichen Redner aus dem Erfahrungsschatz der christlichen Tradition schöpften, zugleich aber die Lebenswelten der Jugendlichen gut kennen. So über Jesus, die Taufe, das Gebet oder die Eucharistie zu sprechen, dass Jugendliche merken wie relevant das alles für sie sein kann, ist eine Gnade. Bewähren muss sich der Glaube ohnehin außerhalb von Großveranstaltungen, im mühevollen Alltag. Wie schön, wenn jungen Menschen auf diesem Weg gute, geistliche Nahrung mitgegeben wird.     

P. Stefan Kitzmüller

Fotos: Ingrid Mathois