Petrus und Paulus

Petrus_et_Paulus_4th_century_etchingDen beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus ist ein Hochfest gewidmet. Erstmals fand es im Jahr 354 im römischen Kalender Erwähnung. Eine Überlieferung sagt, der 29. Juni sei deshalb derselbe Gedenktag für beide, weil am 29. Juni 258 die Gebeine von Petrus und Paulus aus ihren Gräbern geholt worden seien, da die Gefahr der Entweihung durch eine kaiserliche Konfiszierung bestand. Aufgrund dieses Ereignisses wuchs die Verehrung für diese Apostel so sehr, dass andere Beisetzungs- oder Todesdaten in Vergessenheit gerieten. Die Leichname von Petrus und Paulus wurden angeblich zuerst auf einem Friedhof beigesetzt, über dem im 4. Jh. die Kirche S. Sebastiano ad catacumbas (Via Appia Antica) entstand. Später erhielt Petrus ein neues Grab, über dem Kaiser Konstantin der Große eine mächtige Basilika errichten ließ. Dieses Gotteshaus verfiel im Lauf der Jahrhunderte immer mehr, so dass Papst Nikolaus V. den Auftrag zu einer völligen Erneuerung gab, mit der 1452 begonnen wurde. Im Jahr 1626 wurde dann der heute bekannte Petersdom eingeweiht, in dem in der Confessio beim Hochaltar die Gebeine des Petrus aufbewahrt werden. Auch die Ur-Kirche über dem späteren Grab von Paulus geht auf die konstantinische Zeit zurück. Kaiser Valentinian II. und Kaiser Theodosius ließen die kleine Kirche ab 386 durch eine riesige fünfschiffige Basilika ersetzen, deren Bau sich bis in die Mitte des 5. Jh. hinzog. Bis 1823 ein verheerender Brand das frühchristliche Gotteshaus St. Paolo fuori le mura größtenteils in Schutt und Asche legte, hatte es jahrhundertelang alle Wirrnisse überstanden. Papst Leo XII. ließ den neuen Kirchenbau in denselben Abmessungen errichten, wie sie die zerstörte Vorgängerkathedrale hatte. Unter dem Hauptaltar mit dem schönen gotischen Tabernakel befindet sich heute die Confessio mit den Reliquien des Apostels Paulus. Etwa seit Mitte des 3. Jh. ist im Westen ein Kult des Petrus nachweisbar. Im 4. Jh. gab es bereits Petrus-Kirchen in Konstantinopel und Ravenna. Der Paulustag spielt im Brauchtum keine größere Rolle. Manche Bauern nehmen den Tag als Lostag für das anstehende Herbstwetter, hin und wieder auch für die Ölernte. Der große Kirchenfürst Petrus ist als Apostel oder als Papst dargestellt. Als Attribute hat er Schlüssel, Stab, Buch, Schriftrolle, Fisch, Kreuz oder Hahn bei sich. Häufig wurde auch die Szene der Kreuzigung, mit dem Kopf nach unten künstlerisch wiedergegeben. Paulus trägt in der rechten Hand meist ein Buch, in der linken Hand ein Schwert. In der katholischen Kirche findet an diesem Feiertag traditionell die Priesterweihe statt, aber auch in der protestantischen und orthodoxen Kirche werden diese Apostel gefeiert.

Sr.Salomea Ewa Pabian OSC

2 thoughts on “Petrus und Paulus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.