Gottes wunderbares Wirken

Die Klarissen von Lerma (nördliches Spanien)

In Spanien werden – wie bei uns – viele Klöster immer leerer. Auch die Kapuziner-Klarissen von Lerma waren bis vor kurzem eine scheinbar aussterbende Gemeinschaft. Nach 23 Jahren ohne Eintritte klopfte dann plötzlich eine Interessentin an die Pforte, eine Ex-Drogenabhängige. Obwohl auf Grund ihrer Vergangenheit die Skepsis groß war, nahmen die Schwestern sie auf. Aus schwer erklärbaren Gründen begann eine Folge von Eintritten junger Frauen. Die ex-drogenabhängige Schwester Verónca wurde Novizenmeisterin und kürzlich sogar zur Äbtissin gewählt. Momentan besteht der Konvent aus ca. 140 großteils blutjungen Schwestern. Viele von ihnen haben Studien hinter sich und bringen verschiedene Berufserfahrungen mit. Meist sind sie durch die neuen kirchliche Bewegungen zu einem lebendigen Glauben gekommen. Ein Teil stammt aus Familien des neokatechumenalen Weges. 2010 transformierte die Gemeinschaft sich in ein neues religiöses Institut namens „Gemeinschaft Jesus“ (Iesu Communio). Das historische Klarissenkloster von Lerma ist zu klein geworden, deshalb haben die Schwestern nun auch das früher von Brüdern bewohnte Kloster übernommen.

 

Das Video zeigt eine Begegnung des Kapuziners und bekannten Exerzitienleiters Raniero Cantalamessa mit der jungen, lebendigen Gemeinschaft.

Die erste Schwestern im Interview heißt Marciela und ist 23 Jahre alt. Sie meint, dass sie Jesus als ganz real und lebendig, förmlich „zum Angreifen“ kennen gelernt und sich in ihn verliebt habe. Ihre Angst, als Ordensschwester ihre Identität als Frau einzubüßen verschwand und sie trat ein.

Als zweite wird die 21jährige Rachaela gefragt. Fünf ihrer leiblichen Schwestern seien schon vor ihr in diese Gemeinschaft gestoßen, erzählt sie. Als sie beobachtet, dass Jesus für diese ein wirklicher Bräutigam sei, kann auch sie nicht mehr widerstehen.

Die dritte Schwester – ihr Name wird nicht genannt – hat Luftfahrt studiert, weil ihr Flugzeuge schon immer gefallen haben. Als sie Jesus begegnet entdeckt sie nach und nach, dass sie für ihn bestimmt ist.

Cantalamessa betont, dass Gott offensichtlich Wunder wirken und manchen, scheinbar aussterbenden Konventen eine florierende Zukunft schenken kann. Auf jeden Fall sind Phänomene wie das Klarissenkloster von Lerma sehr ermutigend für einzelne Ordensgemeinschaften der nördlichen Hemisphäre, die sich selber manchmal bereits aufgegeben haben.

P. Stefan Kitzmüller OFM

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