Dem Tag eine Chance geben

Wie kann man einen Tag retten, der einfach schlecht ist? Die Bibel weiß die Antwort auf diese schwierige Frage.

hulk-552100_640Vor einiger Zeit war ich mit dem Auto unterwegs. Ich musste etliche Stationen abklappern – es gab halt schon wieder einmal viel zu erledigen. Auf dem Weg nach Hause war ich eigentlich ganz zufrieden mit mir. Alles hat funktioniert. Die Ampel wurde rot, aber das ist nichts Ungewöhnliches – ich war eh der erste… – sie wurde grün und voller Freude und Elan bog ich in die Nebenstraße. Plötzlich kam ein anderer Autolenker von einer untergeordneten Straße vor meine Motorhaube. Ich konnte gerade noch bremsen und damit der andere aufwacht habe ich gehupt….

Zum Glück ist nichts passiert. Ich bin an dem anderen vorbeigefahren und habe mich bei der nächsten Ampel seelenruhig hingestellt. Aber das war noch nicht das Ende. Der unvorsichtige Lenker ist dicht an mich herangefahren und hat lange gehupt; dabei machte er auch einige obszöne Gesten und schrie etwas laut. Und da war es wieder: das Monster des Zornes erwachte in mir. Es brodelte in meinem Innern und ich war kurz davor auszusteigen und dem anderen eine reinzuhauen oder wenigstens die Meinung laut zu sagen. Aber es kam ganz anders…

Einige Tage zuvor las ich ein Buch von Max Lucado über den Umgang mit eigenen Gefühlen. Und ich erinnerte mich, dass es meine Entscheidung ist, was meinen Tag bestimmt. Lasse ich das Schlechte, das mir begegnet oder in mir ist, entscheiden wie meine Zeit aussieht oder nehme ich den Tag selbst in die Hand.

In den Psalmen heißt es: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.“ Ps 118,24 Ich habe diesen kurzen Vers wiederholt und konnte mir bewusst machen, dass auch dieser Tag, mit diesem konkreten und aufregenden Ereignis, auch ein Tag des Herrn ist. Er hat ihn gemacht. Und das Buch Genesis berichtet, dass alles, was Gott gemacht hat gut ist. So versuchte ich den zweiten Teil dieses Verses auch zu verinnerlichen. Ich habe gesucht nach dem was in diesem konkreten Ereignis gut war und ich wurde fündig. Ich dankte dafür, dass mir nichts passiert ist, ich dankte dafür das der andere gesund geblieben ist, dass unsere Autos keinen Schaden genommen hatten, ich dankte dafür, dass ich mich beherrschen konnte und ich dankte dafür, dass ich dem anderen den Tag nicht versaut habe.

Es ist eine ganz einfache Geschichte, aber auch hier kann man erkennen, wie viel in der eigenen Verantwortung liegt. Gott lehrt uns, wie wir Menschen werden können – Menschen, die Gottes Abbild sind.

Mehr Rezepte für einen guten Tag im Buch von Max Lucado „Limonadenrezepte für Zitronentage. Jeder Tag verdient seine Chance.“

P. Darius Lebok OFM

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