Ein Märchen für alle

Am 25. August feiern wir den Gedenktag eines Königs. Er war ein Franzose und ein ganz außergewöhnlicher Mensch.

sculpture-572343_640Könige kommen in der Natur nicht mehr so oft vor, wie früher… Wie ein König zu sein hat, weiß man aber ziemlich genau: weise, gütig, gerecht, fürsorglich u.s.w. Im “finsteren Mittelalter” gab es einen König in Frankreich: Ludwig IX. Er war ein Kind seiner Zeit und war auch nicht perfekt. Als er den neuen Orden begegnete (Franziskaner, Dominikaner) berührte die Art wie sie das Evangelium verkünden sein Herz. Ein Zeugnis dafür, wie sein Herz verändert wurde, ist uns bis heute überliefert worden. Im Testament gibt er seinem Sohn Tipps, wie ein guter König sein soll. Hier ein kurzer Einblick in diese geheimnisvolle Welt des Mittelalters.
Aus dem Testament des Königs Ludwig IX. an seinen Sohn.
Lieber Sohn, an erster Stelle möchte ich dich lehren, den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen und aus allen Kräften zu lieben; denn ohne das           gibt es kein Heil.
Mein Sohn, du sollst dich vor all dem hüten, wovon du weißt, dass es Gott missfällt, das heißt vor jeder schweren Sünde. Eher sollst du dich jeder Art von Martyrium unterwerfen als eine Todsünde begehen.
Wenn Gott zulässt, dass dich ein Unglück trifft, musst du es bereitwillig ertragen und bedenken, dass es dir zıım Guten ausschlägt und dass du es vielleicht durchaus verdient hast. Schenkt Gott dir aber Wohlergehen, sollst du ihm demütig danken. Hüte dich, dass du nicht schlechter wirst, sei es durch eitle Ruhmsucht oder auf irgendeine andere Weise; denn du darfst nicht mit den Gaben Gottes gegen Gott streiten oder ihn beleidigen.
Gern und fromm höre den Gottesdienst der Kirche. Wenn du im Gotteshaus bist, hüte dich umherzuschauen und führe keine leeren Gespräche. Vielmehr bete zu Gott mit Worten des Mundes oder in der Betrachtung des Herzens. Dein Herz sei gütig gegen die Armen, Elenden und Betrübten. Komm ihnen nach Möglichkeit entgegen und tröste sie! Danke Gott für alle Gaben, die er dir verliehen hat, damit du noch größerer würdig wirst. Sei gerecht gegenüber deinen Untertanen. Halte den Weg der Gerechtigkeit ein, und weiche nicht zur Rechten oder zur Linken ab! Schlag dich stets eher auf die Seite der Armen als auf die der Reichen, bis du sicher bist, die Wahrheit gefunden zu haben. Sei sorgfältig darauf bedacht, dass alle deine Untertanen im Schutz der Gerechtigkeit und des Friedens leben können, besonders kirchliche Personen und Ordensleute.
Sei unserer Mutter, der römischen Kirche, und dem Papst als dem geistlichen Vater ergeben und gehorsam. Bemühe dich, dass aus deinem Land alle Sünden verschwinden, besonders Gotteslästerung und Irrlehre. 
Lieber Sohn, ich gebe dir jeden Segen, den ein liebender Vater seinem Sohn geben kann. Die heilige Die-einigkeit und alle Heiligen mögen dich vor allem Bösen bewahren. Der Herr gebe dir die Gnade, seinen Willen ganz zu erfüllen, so dass du ihm dienst und ihn ehrst und dass wir nach diesem Leben gemeinsam die Gnade erlangen, ihn ohne Ende zu schauen, zu lieben und zu loben. Amen.
von P. Darius Lebok OFM
Bild: Becel @pixabay.com

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